Implantat Kurzinformation

Kosten: ab 500€implantat

Haltbarkeit: bei optimaler Pflege ein Leben lang

Implantologie – was versteht man darunter!
Implantataufbau?
Seit 1982 ist die Implantologie von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilhunde als gesicherte Therapieform anerkannt. Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, sie haben ein meist schraubenförmiges oder zylindrisches Design. In den Kieferknochen eingepflanzt, ersetzen Implantate verloren gegangene Zahnwurzeln. Der Zahnersatz wird durch verschiedene Aufbauteile (Abutments) mit dem Implantat verankert. Es gibt unterschiedliche Implantatsysteme. Für den Patienten sind die Unterschiede der am Markt befindlichen Systeme aber bedeutungslos. Alle Systeme sind nach jahrzehntelangem Wettbewerb sehr ausgereift.

Implantathaltbarkeit und Kosten!
Wie lange hält ein Implantat? Sind Implantate billiger als Brücken?
Wissenschaftliche Studien der letzten 25 Jahre belegen eine sehr hohe Erfolgsquote bei Implantaten. Nach erfolgreicher Einheilung sind nach 10 Jahren über 90% der Implantate in Funktion. Zum Vergleich: Herkömmliche Brücken haben nach 10 Jahren eine Erfolgsquote von ca. 80%. Wird versucht Zähne mit Wurzelfüllung zu retten, so überleben nur etwa 50% die ersten zehn Jahre. Diese Zahlen machen deutlich, dass Implantate auch bezüglich Langlebigkeit dem herkömmlichen Zahnersatz überlegen sind! Für ein Titan-Implantat zahlt man in Österreich zwischen 500 und 1700 Euro. Für den Patienten sind aber die Gesamtkosten relevant (Implantat, Abutment, Krone). Aufgrund der verschiedenen Aufbauteile variieren diese Preise stärker, so kann der gesamte Zahnersatz von 1400 bis 3000 Euro kosten. Zum Vergleich, würde man eine Zahnlücke mit einer Brücke versorgen, so müssten die Nachbarzähne beschliffen werden, eine dreistellige reine Keramikbrücke kostet in Österreich zwischen 1600 und 3300 Euro, eine Metallkeramikbrücke 1200 bis 2700 Euro.

Sofortversorgung und Sofortbelastung bei Implantaten!
Wann bekomme ich den Zahn – wann darf ich normal kauen?
Früher musste man bei Zahnimplantaten mit monatelangen Einheilungszeiten rechnen. Aber das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Unmittelbar nach der Operation werden die Implantate mit einem Zahnersatz versorgt und den vollen Kaukräften ausgesetzt. Man spricht hier von einer Sofortbelastung. Diese wird vor allem im zahnlosen Unterkiefer angewandt (bei guter Knochenqualität und günstigen biomechanischen Eigenschaften). Für die Befestigung der Unterkieferprothese reichen vier Implantate aus, für die Oberkieferprothese benötigt man sechs Implantate. Dieses Verfahren hat sich als sicher etabliert und wird routinemäßig in Ordinationen angeboten.
Bei der so genannten Sofortversorgung werden die Implantate ebenfalls unmittelbar nach der Operation mit einem Zahnersatz versorgt, aber noch keinen Kaukräften ausgesetzt. Der Zahnersatz wird etwas kleiner als die Nachbarzähne angefertigt und trifft somit nicht auf den Gegenzahn. Auch die Sofortversorgung bedeutet für den Patienten einen deutlichen Komfortgewinn, abnehmbare Provisorien können dadurch heute vermieden werden.
Welche Technik nun verwendet wird und wie die Bedingungen sind, wird vom Operateur abgeklärt. Denn wie immer gilt: Mit einer guten Planung und der richtigen Behandlungsstrategie kann sich der Patient schlussendlich auch über die gewünschten Erfolge freuen!

Implantatverträglichkeit und Risiken!
Vertrage ich ein Implantat? Risiken?
Die Implantation ist zu einem gängigen Bestandteil der zahnärztlichen Chirurgie geworden. Trotz enormer Entwicklungen sind einige Patienten verunsichert, weil sie über „Unverträglichkeiten“ bei Titanzahnimplantaten gelesen oder gehört haben. In der Fachliteratur werden keine Unverträglichkeitsreaktionen gegen Titan beschrieben, die Behauptung „Ich vertrage kein Implantat“ ist also nicht richtig, auch wenn es bei manchen Patienten zum Implantatverlust kommt. Welche Ursachen gibt es für einen Implantatverlust?

  • durch ungenügende Kühlung beim Fräsen des Implantatschachtes in den Kieferknochen,
  • durch Einbringen der künstlichen Zahnwurzel in den schon vorher entzündeten Kieferknochen, oder
  • durch eine frühzeitige hohe Belastung der künstlichen Wurzel
  • schlechte Nachsorge und ein Nikotinabusus begünstigen diese negativen Faktoren zusätzlich

Wenn ein Implantat nicht einheilt und später entfernt werden muss, dann ist das enttäuschend, es kommt aber selten vor. Auch führt das zu keinem wesentlichen körperlichen Schaden, da der entstandene Knochendefekt durch Knochenneubildung wieder verschlossen wird. Eine erneute Implantation ist, wenn gewünscht, meist möglich. Nach dem Verlust eines Implantates ist auch ein herkömmlicher Zahnersatz problemlos möglich. Da es keine Unverträglichkeiten gibt, stellt sich die Frage, welche Risken dem ersehnten festsitzenden Zahnersatz noch im Wege stehen. Die Risken der Operation selbst sind bei guter Planung und sauberer Durchführung vernachlässigbar. Die Aufgabe des Arztes ist es, den Eingriff sorgfältig zu planen, mit dem Patienten sein individuelles Risiko zu bestimmen und ihn entsprechend aufzuklären, dadurch lassen sich Komplikationen verhindern.

Ablauf Operation bei Implantaten!
Wie läuft die Operation ab?
Genauso wichtig wie eine detaillierte Patientenaufklärung ist die Planungsphase, die je nach Ausgangssituation mehr oder weniger aufwendig ist. Zu Beginn werden Abdrücke der beiden Kiefer angefertigt. Der Techniker stellt ein Gipsmodell her, auf dem die zukünftigen Zähne nach genauen Richtlinien modelliert werden. Nun wird mithilfe dieses Models eine Bohrschablone, in der die Form der zukünftigen Zähne berücksichtigt ist, angefertigt. Mittels einer speziellen Röntgenaufnahme kann die notwendige Implantatlänge ermittelt werden. Schließlich erfolgt die Operation. Trotz des kleinen Eingriffs müssen die gängigen OP-Richtlinien eingehalten werden. Mit Hilfe der Bohrschablone wird die Pilotbohrung gesetzt. Der Knochen wird mittels verschiedener Aufsätze für das Implantat aufgearbeitet. Scharfe Instrumente, richtige Drehzahlen sowie äußere und innere Wasserkühlung garantieren, dass der Knochen nicht überhitzt wird. Letztendlich wird das Implantat gesetzt.
Je nach Knochenqualität und Ausgangssituation erfolgt entweder ein Wundverschluss oder die prothetische Versorgung.

Sinnhaftigkeit von Implantaten!
Osteoporose und 80 Jahre alt, ist eine Implantation noch sinnvoll?
“Ich habe Osteoporose und bin 76 Jahre alt, ist eine Implantation noch sinnvoll?“ Solche und ähnliche Fragen werden häufig an uns herangetragen. Aber nicht das Alter, sondern die Jugend ist der limitierende Faktor für eine Implantation. Mit ca. 18 Jahren ist das Schädelwachstum in den meisten Fällen abgeschlossen und das muss es auch sein bevor eine Implantation möglich ist. Weder hohes Alter noch Osteoporose sind somit Kontraindikationen für eine Implantation. Mit nur zwei Implantaten kann man in der Regel den Halt der Prothese schon deutlich verbessern. Häufig wird nur noch gestanzt und nicht mehr geschnitten. Der Eingriff ist so minimal belastend, sodass man sagen kann: Wer zu Fuß in die Ordination gehen kann, ist für diesen minimal invasiven Eingriff auch mit großer Wahrscheinlichkeit geeignet!
Auch Patienten ohne Implantatwunsch profitieren von einem Zahnarztbesuch. Viele Prothesenträger meinen ein Besuch beim Zahnarzt sei für sie nicht mehr nötig, das ist aber ein Irrtum! Die Schleimhaut, welche unter dem Druck von Prothesen leidet, muss regelmäßig untersucht werden. Nur so können Veränderungen wie Krebserkrankungen der Mundhöhle rechtzeitig erkannt und therapiert werden.

Keramikimplantate!
Zirkon Implantate?
Viele Patienten wollen weg von Metallversorgungen. Auch hier bietet die moderne Implantologie Alternativen. Implantate aus Keramik sind heute verfügbar, diese so genannten Zirkon Implantate sind bezüglich der Festigkeit und Zuverlässigkeit den Titan Implantaten ebenbürtig. Der größte Unterschied liegt in der Befestigung der Krone. Diese wird nicht wie bei Titan Implantaten auf einem Zwischenstück, dem so genannten Abutment befestigt, sondern direkt auf das Keramik Implantat zementiert. Die heutigen Titan Abutments werden mit dem Titanimplantat verschraubt, dass ist mit Zirkon aufgrund werkstoffkundlicher Eigenschaften nicht möglich. Diesen Umstand muss der Operateur beim setzten des Implantates berücksichtigen, denn häufig wird mit gewinkelten Abutments gearbeitet, um die optimale prothetische Position der Krone zu erhalten. In naher Zukunft aber, werden wahrscheinlich Zirkon Abutments, die mit dem Implantat verklebt werden, erhältlich sein. Dann unterscheiden sich Titan Systeme kaum noch von keramischen Systemen. Aber auch heute schon erzielt man mit entsprechender operativer Technik sehr gute Ergebnisse!